Die Neuköllner Oper im April

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DIE NEUKÖLLNER OPER …im April

www.neukoellneroper.de

Inhalt

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nächsten Freitag 4 musizierende Menschen im Museum der Unerhörten Dinge

Einladung für den Freitag den 4. April 2014

20 Uhr im Museum der Unerhörten Dinge

Es spielen 4 Duos mit 4 musizierenden Menschen aus Lissabon und Berlin.

Lothar Ohlmeier – / Sopransaxofon /
Ernesto Rodrigues – / Bratsche /
Nuno Torres – / Altsaxofon /
Gerhard Uebele – / Geige /

Kammer- und Geräuschmusik, Kommunikation, Atem, Witz und Glück am Spielen sind die Stichworte, mit denen die Kunst von Rodrigues, Torres, Ohlmeier und Uebele beschrieben werden können. Ein spontanes Treffen von vier Musikern aus Berlin und Lissabon. Eine Unterhaltung von vier unvernünftigen Menschen.

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Arsenal – Institut für Film und Videokunst – Newsletter 0214

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Filmfreundinnen und Filmfreunde,
wir freuen uns sehr, nach seiner diesjährigen Wiederaufführung im Berlinale Forum SCHAMANEN IM BLINDEN LAND nun auch im Verleih in der restaurierten digitalen Version anbieten zu können. In den 80er und 90er Jahren war SCHAMANEN einer der am meisten entliehenen Filme unseres Verleihs. Eine Wiederentdeckung lohnt sich!

SCHAMANEN IM BLINDEN LAND ist ein epischer Dokumentarfilm über magische Heilverfahren im Gebiet des Himalaya. Ende der 1970er Jahre reiste der Ethnologe Michael Oppitz dreimal zu der abgeschlossenen Gesellschaft der Nördlichen Magar im Zentralland von West-Nepal, um ihren Schamanismus zu erforschen. Nicht nur sein Sujet, auch seine Genauigkeit, sein Rhythmusgefühl, sein sorgsamer Umgang mit Sprache machten SCHAMANEN IM BLINDEN LAND bald zu einem Klassiker der visuellen Anthropologie.

Anstehende Filmstarts:

5. JuniSIENIAWKA von Marcin Malaszczak – Berlinale Forum 2013
Wie wahr kann das Leben in einer von der Geschichte vergessenen Gegend sein?
Sieniawka ist ein kleines Dorf im Grenzgebiet zwischen Polen, Deutschland und Tschechien, bekannt für seinen Grenzübergang – und für eine Psychiatrie. Kaum mehr als eine Autostunde von Berlin entfernt, Leben auf einem fremden Stern.

10. April
MUSEUM HOURS VON Jem Cohens
Johann arbeitet als Museumswärter im prachtvollen Kunsthistorischen Museum in Wien. Als er sich dort mit einer rätselhaften Besucherin anfreundet, verwandelt sich das Museum in eine Wegkreuzung, die ihrer beider Leben, die Stadt sowie die Art, wie Kunstwerke tägliche Erfahrungen reflektieren und formen können, verändert.
Mit seinem Film „Benjamin Smoke“ war Cohen 2000 zu Gast im Forum der Berlinale sowie 2010 bei Forum expanded mit seinem Kurzfilm „Buildings in a field“, den er gemeinsam mit Luc Sante für das Projekt „Tangier 8“ gedreht hat.

Informationen zu den Filmen auf unserer Homepage, sowie im pdf anbei. Für Fragen und Beratungen stehen wir gerne zur Verfügung.

Herzliche Grüße,

Tanja Horstmann, Gesa Knolle & Carsten Zimmer

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3. April: EBO TAYLOR, highlife Star aus Ghana im LIDO

Donnerstag, 3. April 2014, 20.00h
EBO TAYLOR – Highlife Star aus Ghana
mit DJ Syll Matar
im
LIDO, Cuvrystr. 7, 10997 Berlin, Ubf Schlesisches Tor

Eintrittskarten www.koka36.de

“I wanted to go back to a highlife feeling with this album,” explains Ebo Taylor.
“The songs are very personal and it is an important part of my music to keep alive many traditional Fante songs, war chants and children’s rhymes.”
‘Appia Kwa Bridge’, released this April, is a strident return from the Ghanaian highlife guitar legend. Featuring six new compositions, his sound is more dense and tightly locked than ever with Berlin-based musicians Afrobeat Academy, a rock solid unit since regular touring worldwide following his ‘Love And Death’ album in 2010, including a string of dates for WOMAD. Jochen Stroh works his analogue magic once more from his base at Berlin’s Lovelite Studios.

The album covers a variety of themes dear to Taylor. The title track references a small bridge in Ebo’s hometown of Saltpond on the Cape Coast: “it is a tiny bridge but a place known in the town where people meet, where lovers get together.” The firing, rousing ‘Ayesama’, first demo-ed during the ‘Love And Death’ sessions, is a Fante war cry, a taunt – “what’s your mother’s name?”; ‘Nsu Na Kwan’, based on a Fante proverb, asks “Which is older – the river or the old road” with the sub-text to respect your elders and the brilliant ‘Abonsam’ carries the message that Abonsam (The Devil) is responsible for evil in the world and that we should follow the Christian message.

Elsewhere, the album features a new version of highlife anthem, ‘Yaa Amponsah’, first recorded during the ‘20s by Jacob Sam’s Sam’s Trio before becoming a popular standard in Ghana, and a cover of an original track from Taylor’s time with Apagya Show Band during the ’70s, ‘Serwa Brakatu’, re-titled here as ‘Kruman Dey’. The closer, the acoustic ‘Barrima’, is a poignant tribute to Taylor’s first wife and one true love who sadly passed away during Summer 2011. “Ebo wrote the song following her passing and recorded this in one take during our last day in the studio,” reflects bandleader Ben Abarbanel-Wolff. “He was very emotional.”

The album features a number of special guests within the credits including incomparable drummer Tony Allen, original Africa 70 guitarist Oghene Kologbo and conga maestro Addo Nettey a.k.a. Pax Nicholas. Representing the younger players, keyboard genius Kwame Yeboah, son of Ghanaian legend S.K. Yeboah, makes full use of Lovelite’s famed collection of Farfisa and Wurlitzer organs.

Vielen Dank für die Bekanntmachung und herzlich Willkommen!
Bestes AHOI von Mahide

Tel: +49-30-691.3384
http://www.AHOI-kultur.de
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55. Biografische Lesung

Einladung zur 55. Biografischen Lesung

Oumar Diallo und Joachim Zeller stellen ihr Buch „Black Berlin“ und daraus einige deutsch-afrikanische
Biografien vor.

Menschen afrikanischer Herkunft leben seit vielen Generationen in Berlin und prägen die Metropole an der Spree und ihre Transkulturalität. Der Titel des Buches – „Black Berlin“ – verweist auf die Rückwirkungen, die das Jahrhunderte währende koloniale Projekt Europas auch auf Deutschland ausgeübt hat. Die Beiträge des Sammelbandes befassen sich mit den verschiedenen Phasen der afrikanischen Migration in den vergangenen rund drei Jahrhunderten. Sie spüren dem Leben von Afrikanerinnen und Afrikanern, schwarzen Deutschen, People of Color oder Afro-Amerikanern nach und erzählen von ihrem Ringen um Emanzipation und soziale Gleichstellung.

Freitag, 28. März 2014 um 19. 30 Uhr
in der Galerie Olga Benario Richardstr. 104 | 12043 Berlin
Eintritt frei !!!

Die Biografische Bibliothek
Antiquariat für Biografien – Memoiren – Briefe – Tagebücher
Tel.: 030 680 59 387 | Mail: biobib
Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag 15.00 – 19.00 Uhr

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Neues von Netzwerk 2 | 2014

| Mitmachen – Kampagnen |

1. Willkommen in Oberhavel – Mitmachen: Bargeld statt Gutscheine für Flüchtlinge

In der Initiative Willkommen in Oberhavel engagieren sich alte und neue Einwohner_innen Oberhavels für einen weltoffenen Landkreis, in dem sich Flüchtlinge willkommen fühlen. Leider bekommen Flüchtlinge in Oberhavel statt Sozialleistungen in bar größtenteils Gutscheine. Die Gutscheine können nur in bestimmten Supermärkten und dort nur für bestimmte Waren eingelöst werden. Mitmachen ist ganz einfach, auch in Berlin: Wer tauschen will, kann bis zum 26. jedes Monats den gewünschten Betrag unter Angabe der Anschrift auf das Konto der Initiative überweisen und erhält die Gutscheine in der ersten Woche des Monats per Post. Die Gutscheine können in vielen Geschäften in Berlin eingelöst werden.
Mehr Informationen: http://www.netzwerk-selbsthilfe.de/foerderung/willkommen-in-oberhavel

2. Kampagne: Verfassungsschutz abschaffen – „Ineffizient, überflüssig, demokratiefeindlich und unkontrollierbar“

NSU- und NSA-Skandal haben gezeigt, wie unkontrollierbar und sogar schädlich die Verfassungsschutz-Behörden seit Jahren agieren. Die Humanistische Union hat deshalb eine Kampagne gestartet mit dem ambitionierten Ziel: den Verfassungsschutz abschaffen! Der Inlandsgeheimdienst habe sich wiederholt als ineffizient, überflüssig, demokratiefeindlich und unkontrollierbar erwiesen. Es handle sich dabei um permanente, systembedingte Defizite, die alle bisherigen Versuche einer Reform der VS-Behörden in Bund und Ländern überstanden haben. Die Verfassungsschutzbehörden sollten deshalb ersatzlos abgeschafft werden. Die Bürgerrechtsorganisation ruft Bürgerinnen und Bürger dazu auf, ihre Forderung zu unterstützen.

Mehr Informationen: http://www.netzwerk-selbsthilfe.de/nachrichten-und-termine/verfassungsschutz-abschaffen

| Veranstaltungen – Kultur und Politik |

3. Rroma und Sinti – nicht im OUT – Ausstellung zum Klischee der doppelten Unsichtbarkeit

Jakob Bamberger, Boxer der deutschen Olympiamannschaft 1934 oder der Fußballspieler des spanischen Vereins FC Sevilla Jesus Navaz Gonzales haben eins gemeinsam. Sie sind Sportlerberühmtheiten, von denen nur wenige wissen, dass sie Teil der Rroma- und Sinticommunity sind bzw. waren. Als Rroma oder Sinti seit Jahrhunderten ausgegrenzt, können sie für die Rroma und Sinti von heute als Vorbild fungieren. Die Ausstellung ermöglicht eine Auseinandersetzung mit der Unsichtbarkeit einzelner Akteure vor dem Hintergrund des tief in Europa verwurzelten Antiziganismus.

Wann & Wo: 8. April 2014 und 19.30 Uhr im Nachbarschaftshaus Urbanstraße 21, 10961 Berlin

Mehr Informationen: http://rroma-info-centrum.de

4. Wenn schon, dann aber schnell! – Einblicke in die Beratungsebene „Hilfe zur Selbsthilfe“

Was brauchen Kollektive, Wohnprojekte und Politgruppen jenseits von gemeinsamen Zielen um über längere Zeit stabil, aktiv zu sein und sich miteinander wohl zu fühlen? Wie ist der Austausch untereinander organisiert, wie fallen Entscheidungen, wie entsteht ein Raum, der – trotz unterschiedlicher Positionierung – allen gerecht wird? Welche Konflikte treten auf und wie gehen Einzelne und das Plenum damit um/welche Möglichkeiten gibt es damit umzugehen? Die drei Beratungsprojekte Prosys, AGBeratung und AkKu – haben außer Fragen auch Ideen und Erfahrungen, die bei der Suche nach passenden Strukturen hilfreich sind.

Wann & Wo:
27. Mai 2014 im Regenbogenkino, Lausitzer Str. 22, 10999 Berlin
Uhrzeit:
ab 18.00 Uhr Parcour | 18.30 Uhr Beginn der Veranstaltung

Mehr Informationen:
http://www.netzwerk-selbsthilfe.de/nachrichten-und-termine/infoveranstaltung-zur-beratung-von-kollektiven

5. REMINDER: Aktionskonferenz Care Revolution

Die Aktionskonferenz soll ein Forum bieten, um unterschiedliche Aktivitäten und Kämpfe im Bereich der sozialen Reproduktion zusammenzuführen, zu vernetzen und gemeinsame Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Das umfasst sowohl feministische Initiativen, die Fragen nach bezahlter Hausarbeit oder die Arbeit von Pflegediensten. Den Hintergrund bildet die sich verschärfende Krise der sozialen Reproduktion innerhalb des neoliberalen Kapitalismus und die daraus folgende massive Verschlechterung der Lebensverhältnisse.

Wann & Wo: 14.- 16. März 2014 in Berlin, in den Räumen der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Mehr Informationen: http://care-revolution.site36.net

| In eigener Sache |

6. Förderanträge bei Netzwerk einreichen!

Die nächsten Abgabetermine für Förderanträge sind heute der 2. April, 7. Mai und 4. Juni 2014

Mehr Informationen zur Antragstellung: http://www.netzwerk-selbsthilfe.de/foerderung

7. Save the date: Linke Buchtage 2014

Wann & Wo: 30. Mai – 1. Juni 2014 im MehringHof, Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin

Mehr Informationen: http://www.linkebuchtage.de

 ... Netzwerk Selbsthilfe ... Telefon +49.030.6913072 ... Gneisenaustr. 2a ... Fax +49.030.6913005 ... 10961 Berlin ... mail 

Atom-Katastrophenschutz: Besser wäre Abschalten

.ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie
Pressemitteilung

Hamburg, 10. März 2014

Atom-Katastrophenschutz: Besser wäre Abschalten

Atomkraftgegner kritisieren falsche Konsequenzen aus Fukushima / Heute und morgen Mahnwachen in bundesweit mehr als 220 Städten

Zu den Empfehlungen der Strahlenschutzkommission, die
Katastrophenschutz-Maßnahmen rund um Atomkraftwerke zu erweitern, erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Wenn die Strahlenschutzkommission zu dem Ergebnis kommt, dass die Auswirkungen eines Super-GAU in Deutschland noch schlimmer sind, als bisher angenommen, dann muss die Konsequenz daraus sein, die Atomkraftwerke schneller abzuschalten – und nicht die Evakuierungszonen zu erweitern.

Wenn zukünftig noch viel mehr Menschen im Fall der Fälle schnell ihre Heimat verlassen müssen, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass dies organisatorisch gelingt, noch einmal deutlich kleiner als bisher schon.

Heute und morgen werden Atomkraftgegner in 220 Städten bundesweit mit Mahnwachen an die Opfer von Tsunami und Reaktorkatastrophe in Japan erinnern und gegen den Weiterbetrieb der deutschen Atomkraftwerke bis 2022 demonstrieren.“ ´

Karte mit allen Mahnwachen:
https://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/fukushima2014

Rückfragen an
Jochen Stay, Tel.: 0170-9358759

.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die AtomkraftgegnerInnen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen Protest zu machen.

http://www.ausgestrahlt.de

Werkschau Peter Liechti – 14. bis 30.3. 2014 im Kino Arsenal

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Liebe Freunde des Arsenal,

ab 14. März präsentieren wir eine umfassende Werkschau des Schweizer Regisseurs Peter Liechti mit sieben langen und sechs kürzeren Filmen aus den Jahren 1985 bis 2013. Darunter sind sowohl international vielfach ausgezeichnete als auch weniger bekannte Arbeiten, die es hierzulande erst noch zu entdecken gilt. Liechtis Interesse am Experiment, die Infragestellung von gewohnten Mustern und seine stete Suche nach neuen Ausdrucksformen haben einen großen Formenreichtum des filmischen Erzählens hervorgebracht.

Wir freuen uns ganz besonders, dass Peter Liechti am Eröffnungswochenende 14./15. März persönlich zu Gast sein und mit dem Publikum diskutieren wird.
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Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Für weitere Informationen:www.arsenal-berlin.de
Karten können Sie vorbestellen unter: ticket oder 030-26955-100 (Mo-Fr bis 17h)

Inhalt

Werkschau Peter Liechti – 14. bis 30.3. 2014 im Kino Arsenal
Ein Hinweis: LIECHTIS HASEN – ein Feature von Grace Yoon – 23.3., bei rbb-Kulturradio

Werkschau Peter Liechti – 14. bis 30.3. 2014 im Kino Arsenal

Peter Liechti (*1951) ist ein Solitär im Schweizer Filmschaffen – ein radikaler Querkopf, experimentierfreudiger Grenzgänger und gänzlich unabhängiger Geist. Seit 30 Jahren hat er als Regisseur, Autor, Kameramann und Produzent an die 20 Filme gemacht, die sich formal zwischen Dokumentar-, Essay-, Experimental-, Kunst-, Musik- und Spielfilm bewegen und sich nicht auf einen Nenner bringen lassen. All seine Filme – die frühen Experimente auf Super 8, die zahlreichen Arbeiten mit dem Aktionskünstler Roman Signer, die Musik- und Reisefilme und die autobiografischen Werke – zeugen jedoch davon, dass für Liechtis Kino-Poetik andere Künste und deren Verfahren von grundlegender Bedeutung sind: Neue Musik und Jazz, Bildende Kunst sowie Literatur, Poesie, Texte, Sprache. Seine filmischen Essays entstehen im Spannungsfeld von vielschichtigen Bildern, dem gesprochenen und geschriebenen Wort sowie Musik und Geräuschen – als gleichberechtigte Elemente. Die Erzählhaltung Liechtis ist stets persönlich, sein Blick einer, der die Welt nicht von vornherein schon versteht. Ein zentrales Motiv ist das Unterwegs-Sein. Ob in Afrika oder der Ostschweiz, im Gebirge oder am See – seine Gedanken-Gänge und seine ganz eigene Art der Wahrnehmung sind immer präsent. Häufig erlaubt er sich Abschweifungen und eröffnet unerwartete Assoziationsräume. Anschauung und Reflexion gehen Hand in Hand, wie auch Ernst und Humor, Ironie und Empathie, kritische Selbstbefragung und sarkastische Schweizer Heimatkunde.

Programm

Fr 14.3., 20h, in Anwesenheit von Peter Liechti & So 23.3., 19.30h
HANS IM GLÜCK – DREI VERSUCHE, DAS RAUCHEN AUFZUGEBEN Peter Liechti Schweiz 2003 OmE 90‘
AUSFLUG INS GEBIRG Peter Liechti Schweiz 1986 OmE 33‘ (nur am 14.3.)
Auf drei Fußmärschen von Zürich, seinem Wohnort, nach St. Gallen, wo er aufgewachsen ist, versucht Peter Liechti in HANS IM GLÜCK – DREI VERSUCHE, DAS RAUCHEN AUFZUGEBEN seine Nikotinsucht loszuwerden. Obwohl er das Wandern eigentlich nie ausstehen konnte, schweizert er nun vor sich hin, am Bodensee entlang und über den Alpstein. Immer allein und zu Fuß, nur mit Kamera und Notizblock als Begleiter. Auszüge aus dem Reisetagebuch werden vom Ich-Erzähler eingesprochen, mal missmutig, mal geradezu zärtlich. Das strikte Rauchverbot hat exzessives Denken zur Folge, und der Entzug öffnet Augen und Ohren. Liechtis Selbstversuch führt nicht nur zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich, sondern auch mit seiner Schweizer Heimat. Ein wunderbar offener und komischer Reisefilm, der immer wieder um grundsätzliche Fragestellungen zu Leben und Tod kreist.
AUSFLUG INS GEBIRG beginnt mit einem Berggipfel-Rap auf der Tonspur: „Motten, Stollen, Tote Alpe, Eisengülle, Metzgertobel, Nonnenalp und Ritzenspitzen. Schmalzberg und Saustein. Höllritzeralp und Kackenköpfe …“ Da macht einer einen Ausflug in die österreichischen Alpen, wandert umher und schimpft, über die „Sauhänge“, das trübe Wetter, die monotone Landschaft. Ein Bergkoller, ein Überdruss am Genießenmüssen der Natur, ein Anti-Heimatfilm-Impuls und schlechte Laune, da hilft auch die Himbeertorte nicht. „Der Berg macht blöd.“ Die rauen Super-8- und Videobilder konterkarieren die üblichen alpinen Hochglanz-Aufnahmen, das grimmig-witzige Selbstgespräch aus dem Off wächst sich aus zur Zivilisationskritik und zur Reflexion über das Filmemachen selbst.

Sa 15.3., 19h, in Anwesenheit von Peter Liechti & Di 25.3., 19h
SIGNERS KOFFER – UNTERWEGS MIT ROMAN SIGNER Peter Liechti Schweiz 1996 OmE 82‘
TAUWETTER Peter Liechti Schweiz 1987 ohne Dialog 8‘ (nur am 25.3)
Der Schweizer Aktionskünstler Roman Signer schießt in SIGNERS KOFFER – UNTERWEGS MIT ROMAN SIGNER Bänder über den Stromboli, um zu sehen, wie sie der Hitze trotzen. Er hantiert mit Zündschnur und Rakete. Er katapultiert Hocker synchron aus Hotelfenstern und geht mit Heulern an den Stiefeln über Strände. Er lässt sein Schnarchen per Lautsprecher aus dem Zelt heraus übertragen. Explosionen, Kollisionen – die Kunst von Roman Signer spielt mit den vier Elementen, nutzt Gravitation, Thermodynamik und Pyrotechnik. Peter Liechti begleitet Signer quer durch Europa, von den Schweizer Alpen nach Polen, von Stromboli nach Island und nach Bitterfeld. Ein Seiltanz zwischen Schalk und Melancholie. Lokale Musikkapellen signalisieren die Ortswechsel; scheu sagt Signer manchmal, was ihn bewegt. Kein Künstlerporträt, sondern die gemeinsame Arbeit von zwei Komplizen – Sprengmeistern der Kunst.
Schnee und Eiszapfen schmelzen in TAUWETTER. Bunte, mit Wasser gefüllte Plastikeimer gleiten an den Bügeln eines Skilifts einen Hang im Appenzell hinauf und hinab. Plötzlich gerät die sanfte Bewegung in heftiges Schwingen und Schüsse peitschen durch die Luft. Der Aktionskünstler Roman Signer war da, mit scharfer Munition. Und das Wasser fließt.

Sa 15.3., 21h, in Anwesenheit von Peter Liechti & So 30.3, 19.30h
VATERS GARTEN – DIE LIEBE MEINER ELTERN Peter Liechti Schweiz 2013 OmU 93‘
Peter Liechtis betagte Eltern sind von Grund auf verschieden, haben entgegengesetzte Ansichten und Interessen und sind seit über 60 Jahren verheiratet. Neben den bisweilen zwischen Slapstick und Wahnsinn changierenden Gesprächen und Alltagsbeobachtungen in der kleinbürgerlichen Enge der elterlichen Wohnung etabliert Liechti als zweiten Schauplatz ein Kaspertheater. Auf dessen Bühne treten Vater und Mutter in nachinszenierten Szenen als Hasenfiguren auf. Der Sohn darf in Gestalt einer Puppe aufbrausend reagieren. Als Kommentar fungieren außerdem wilde Sound-Effekte und Musik. Ein sehr persönlicher Film, der über das Private hinaus auf das Lebensgefühl und Selbstverständnis einer aussterbenden Generation hinweist. Unsentimental, aber voller Empathie.

So 16.3., 19.30h & Mi 26.3., 20h
DAS SUMMEN DER INSEKTEN – BERICHT EINER MUMIE Peter Liechti Schweiz 2009 dt. OF 88‘
Nach einer literarischen Vorlage des japanischen Autors Masahiko Shimada, die auf einer wahren Begebenheit beruht, erzählt dieser filmische Essay die Chronik eines freiwilligen Sterbens. Ein Mann geht in den Wald, um zu verhungern. Auf der Tonspur sind Tagebuchaufzeichnungen zu hören, die sein langsames Ableben akribisch protokollieren und beschreiben, was er erlebt, sieht und empfindet. Eine Plastikplane im Wald wird zur Projektionsfläche für innere Bilder, diffuse Erinnerungen und die Halluzinationen des Sterbenden, der selbst nie zu sehen ist. Im Verbund mit dem Soundtrack aus Geräuschen und Musik entsteht aus der assoziativen Bild- und Tonmontage ein hypnotischer Sog, der die Bewusstseinsströme eines Sterbenden sichtbar zu machen versucht. Eine Meditation über Natur, Leben und Tod.

Di 18.3., 19.30h & Mo 24.3., 19.30h
KICK THAT HABIT Peter Liechti Schweiz 1989 ohne Dialog 40‘
SENKRECHT/WAAGRECHT Peter Liechti Schweiz 1985 ohne Dialog 8‘
THÉÂTRE DE L’ESPÉRANCE Peter Liechti Schweiz 1987 ohne Dialog 19‘
KICK THAT HABIT ist ein „Tonfilm“ mit den Schweizer Musikern Norbert Möslang und Andy Guhl, die aus Abfall-Elektronik neuartige Töne recyclen – und alles andere als ein konventionelles Musikerporträt. Aufnahmen von Proben im Atelier und von Konzerten werden kombiniert mit Bildern einer winterlichen Bahnfahrt, von einem Ausflug zum Bodensee und in die Berge sowie visuellen Assoziationen, die einer eigenen poetischen Logik folgen und den Rhythmus des Films prägen. Ein Wechsel von Noise-Music und Stille, Geschwindigkeit und Ruhe, ein unaufhörlicher Bild- und Sound-Strom, keine Gespräche. Statt die avantgardistische Tonkunst nur zu dokumentieren, lässt Liechti sie mit seinen Bildwelten kommunizieren. Die gelungene Synthese einer visuellen und einer akustischen Ausdrucksform.
Wie weit kann ein Mensch waagrecht auf einen gefrorenen Teich hinauslaufen, bis er senkrecht einbricht? Der Aktionskünstler Roman Signer macht in Liechtis experimentellem Super-8-Film SENKRECHT/WAAGRECHT die Probe aufs Exempel. Später lässt er einen Hocker von der Brücke fallen. Signers Aktionen verstehen sich als Skulpturen in Raum und Zeit. Die Koordinaten: Senkrecht und Waagrecht.
Der kurze Essayfilm THÉÂTRE DE L’ESPÉRANCE reflektiert die Inszenierung eines politischen Großereignisses und Medienspektakels: das Gipfeltreffen von Reagan und Gorbatschow zum Thema Abrüstung in Genf im Jahr 1985. Eine Montage aus eigenen, vor Ort gedrehten Super-8-Aufnahmen und von Liechti bearbeiteten TV-Bildern des Ereignisses sowie wiederkehrenden Szenen einer Koffer-Aktion von Roman Signer. Dazu Musik von Elvis Presley und Sun Ra.

Di 18.3., 21h & Sa 22.3., 19h
NAMIBIA CROSSINGS – SPIRITS AND LIMITS Peter Liechti Schweiz 2004 OmE 92’
Zwölf Musiker und Sängerinnen aus Namibia, Simbabwe, Angola, der Schweiz und Russland bilden das multinationale Ensemble „Hambana Sound Company“, das Liechti auf einer Konzertreise durch Namibia begleitet. Bilder großartiger Landschaften, Alltagsbeobachtungen und Musikszenen wechseln einander ab. Das Projekt der Musiker, „back to the roots“ unter Mitwirkung lokaler Künstler eine Art Klangporträt von Afrika zu kreieren, erweist sich als problematisch. Zu tief sind die Spuren der Kolonisation und die Meinungsverschiedenheiten im Hinblick auf die Fusion von afrikanischen mit westlichen Sounds, als dass kulturelle Differenzen sich auf musikalischem Wege austragen ließen. Liechtis Roadmovie befragt über Montage und Off-Kommentar die eigene Haltung gegenüber dem Kontinent.

Mi 19.3., 19.30h & Do 27.3., 21h
HARDCORE CHAMBERMUSIC – EIN CLUB FÜR 30 TAGE Peter Liechti Schweiz 2006 OmE 72‘
Hardcore Kammermusik – was sich nach einem Widerspruch in sich anhört, praktiziert die renommierte Schweizer Formation Koch-Schütz-Studer auf Saxofon, Cello und Schlagzeug seit mehr als zwei Jahrzehnten. 2005 veranstaltete das Trio in einem eigens für diese Aktion gebauten Zürcher Club einen Musik-Marathon: 30 Tage improvisierte es jeden Abend zur gleichen Zeit zwei Sets à je 40 Minuten. Verdichtet auf 70 Minuten zeigt Liechti die Musiker meist in Großaufnahmen, ihre Mimik und Gestik und vor allem ihre Kunst des frei improvisierten (Zusammen-)Spiels. Aus dem Wechsel von Musik, kurzen Statements des Trios und Blicken in den Saal entsteht ein faszinierender Eindruck vom Prozess des Entstehens von Musik.

Do 20.3., 20h & Sa 29.3., 19h
MARTHAS GARTEN Peter Liechti Schweiz 1997 OmE 89‘
Karl Winter lebt zurückgezogen in seiner Wohnung. Er liebt die häusliche Ordnung und die stillen Stunden im Café. Eines Abends trifft er auf dem Weg nach Hause eine Frau, die sich über eine Leiche beugt und von der er sogleich fasziniert ist – Martha. Damit beginnt eine Liebesgeschichte von fataler Dynamik, die Karl aus der gewohnten Bahn wirft. Mit der Liebe ist auch das Unheimliche in sein Leben getreten, er verliert den Boden unter den Füßen und schließlich den Verstand. Dicht unter der Oberfläche stumpfsinniger Bürgerlichkeit schlummert der Wahnsinn. Liechtis bislang einziger Spielfilm ist ein Winterfilm in Schwarzweiß, mit Traumbildern, verschiedenen Realitätsebenen und der inneren Stimme des Helden aus dem Off, düster, abgründig, kafkaesk – eine Mischung aus Wahn und Witz.

Fr 21.3., 19.30h & Fr 28.3., 19h
GRIMSEL – EIN AUGENSCHEIN Peter Liechti Schweiz 1990 OmE 46‘
AUSFLUG INS GEBIRG Peter Liechti Schweiz 1986 OmE 33‘ (nur am 21.3.)
THÉÂTRE DE L’ESPÉRANCE Peter Liechti Schweiz 1987 ohne Dialog 19‘ (nur am 28.3.)
Der geplante Ausbau des Wasserkraftwerks Grimsel-West inklusive eines gigantischen neuen Staudamms in den Berner Alpen ist umstritten. Soll der Mensch eine künstliche Natur schaffen, wenn dafür die echte Natur zerstört werden muss? Peter Liechti widmet sich in GRIMSEL – DER AUGENSCHEIN der Landschaft und ihren Bewohnern und versucht, das Unbehagen gegenüber einer solchen Nutzung zu erkunden. Gespräche mit den Einheimischen, faszinierende Aufnahmen der Bergwelt und kaum weniger beeindruckende Bilder von Strommasten und Betonmauern alternieren. Kein militanter Agitprop, sondern eine komplexe Reflexion von Naturerlebnis und Auswüchsen von Zivilisation bzw. Technik.
Inhalt AUSFLUG INS GEBIRG: siehe 14.3.
Inhalt THÉÂTRE DE L’ESPÉRANCE: siehe 14.3

Zwei im Vexer Verlag St. Gallen erschienene Bücher von Peter Liechti Lauftext – ab 1985 (2010) und Klartext – Fragen an meine Eltern (2013) sind an der Kinokasse erhältlich.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit SWISS FILMS und freundlicher Unterstützung der Schweizerischen Botschaft.

Ein Hinweis: LIECHTIS HASEN – ein Feature von Grace Yoon – 23.3., bei rbb-Kulturradio

Die Autorin Grace Yoon hat ein einstündiges Feature über Peter Liechti realisiert, das am Sonntag, 23.3. um 14.04h bei rbb-Kulturradio gesendet wird:
„Jemand hat einmal gesagt, man hat seine Eltern wie eine Kugel im Kopf!“
Der Schweizer Regisseur, Kameramann und Autor Peter Liechti ist ein Grenzgänger, der in seinen Themen immer wieder die Spannungsfelder und die komplexen Verhältnisse zwischen Individuum und Gesellschaft, zwischen Eigensinn und sozialer Norm, thematisiert. Seine Filme geben schonungslos auch eigene Geschichte preis.
In seinem letzten Projekt „Vaters Garten“ reflektiert er Jugend und persönliche Revolte in einer Dokumentation über seine fast neunzigjährigen Eltern.
Dabei entlarven die beiden, ganz ohne fremdes Zutun, die Schwächen ihres Gesellschaftsbildes, die Schwächen ihrer Generation, ein heute großteils überkommenes Rollenbild mit all seinen negativen und traurigen Aspekten, ohne aber das Positive zu verleugnen. In guten wie in schlechten Tagen – ein Satz, den diese Generation verinnerlicht hatte.

Das Feature wird vom 23.3. ab 22h 7 Tage lang online stehen unter:
http://www.kulturradio.de/programm/sendungen/140323/feature_1404.html