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Liebe Freunde des Arsenal,

Farbgestaltung, Lichtsetzung, Kompositionen, Themen: Die Malerei war und ist immer wieder inspirativer Bezugspunkt für Filmemacher, Kameraleute und Production Designer. Die Inbewegungsetzung der starren Bildkunst durch den Film verleiht den ursprünglichen Bilderwelten neue Kontexte und eröffnet Bedeutungs- und Wahrnehmungsverschiebungen. Die Magical History Tour zeigt Beispiele der produktiven Beziehung zwischen Malerei und Film aus sieben Jahrzehnten.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Für weitere Informationen:www.arsenal-berlin.de
Karten können Sie vorbestellen unter: ticket oder 030-26955-100 (Mo-Fr bis 17h)

Inhalt

Magical History Tour: Malerei in Bewegung, 1.-30.12.2013 im Kino Arsenal

Magical History Tour: Malerei in Bewegung, 1.-30.12.2013 im Kino Arsenal

Programm

So 1.12., 19h & Di 3.12., 20h
TOKYO MONOGATARI Die Reise nach Tokio Yasujiro Ozu Japan 1953 OmU 136‘
Menschenleere Ex- oder Interieurs durchziehen Ozus Familienporträt über ein älteres Ehepaar, das in Tokio Kinder und Enkel besucht, um festzustellen, dass die Familie sich auseinandergelebt hat. Diese melancholischen Zwischenszenen legen den Vergleich mit sorgfältig komponierten Stillleben nahe, die den Verlauf der Handlung verzögern und im vermeintlichen Stillstand das Verstreichen der Zeit erfahrbar machen.

Mi 4.12., 19.30h & Sa 14.12., 21h
PASSION Jean-Luc Godard F 1982 OmU 87‘
Gemälde-Re-enactment im Filmstudio: Regisseur Jerzy (Jerzy Radziwiłowicz) inszeniert mit größtmöglichem Aufwand klassische Bilder von Rembrandt, Ingres, Goya und Delacroix. Produktionsschwierigkeiten, der Arbeitskampf einer jungen Angestellten (Isabelle Huppert) und eine Affäre mit der Hotelbesitzerin Hanna (Hanna Schygulla) lenken Jerzy zusehends von seinen filmischen Untersuchungen der Kunsthistorie, Kompositionen und Licht ab. Eine episodenhafte Bilder- und Zitatencollage über den künstlerischen Schaffensprozess in Malerei und Film.

Do 5.12., 19.30h & Sa 7.12., 20h
THE KILLERS Robert Siodmak USA 1946 OF mit span. UT 103‘
Kaum ein anderes Œuvre hat ein vergleichbares Echo im Film gefunden wie das von Edward Hopper. Wenders vergleicht Hoppers ikonische Momentaufnahmen mit gemalten Filmanfängen: per Pinselstrich festgehaltene Orte und Protagonisten in Erwartung des Geschehens. Folgerichtig beginnt Siodmaks emblematischer Film noir mit einer Anspielung auf Hoppers Nighthawks (1942). Hiervon ausgehend wird in Rückblenden das Leben eines Boxers (Burt Lancaster) aufgefächert, der sich in eine Gangsterbraut (Ava Gardner) verliebt und in einen Strudel des Verbrechens gerät.

Do 5.12., 20h & 20.12., 20h
CARAVAGGIO Derek Jarman GB 1986 OmU 93‘
Doppelte Hommage sowohl an Caravaggio (1571–1610) als auch an das von ihm zur Meisterschaft gebrachte Chiaroscuro, einer dramatisierenden Hell-Dunkel-Akzentuierung. Jarman greift für die Darstellung der Zerrissenheit des Lebens des Barockmalers immer wieder auf dieses Stilmittel zurück und beleuchtet jeweils nur Teile der Szenerie. Auf diese Weise wird Caravaggios Dreiecksbeziehung mit einem Dieb und einer Prostituierten sowie sein Leben in der Welt seiner reichen Förderer ins Licht gesetzt.

Do 12.12., 20h & Mo 30.12., 19.30h
AN AMERICAN IN PARIS Vincente Minnelli, USA 1951 OF 108‘
Minnellis Paris-Musical ist ein überbordender, kunsthistorischer Zitatenschatz (Production Design: Cedric Gibbons und Preston Ames), adäquater Lebensraum für den Protagonisten des Films: einen amerikanischen Ex-GI (Gene Kelly), der sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Paris als Maler niederlässt und sich in eine junge Französin (Leslie Caron) verliebt. Höhepunkt des Films ist eine 16-minütige Tanzszene, in der die beiden durch eine Reihe von nachgestellten Bildern tanzen.

Do 12.12., 19.30h & Fr 27.12., 20h
Vier Kurzfilme von Jürgen Böttcher:
VENUS NACH GIORGIONE DDR 1981 21‘
DIE FRAU AM KLAVICHORD DDR 1981 17‘
POTTERS STIER DDR 1981 16‘
KURZER BESUCH BEI HERMANN GLÖCKNER DDR 1985 32‘
Unter dem Arbeitstitel „Verwandlung“ realisierte Böttcher Anfang der 80er Jahre drei Übermalungen von Kunstpostkarten vor laufender Kamera. Verwandelt werden Werke verehrter Meister: von Paulus Potter (1625–54), Giorgione (ca. 1477–1510) und Emanuel de Witte (um 1617–92). Böttcher überlagert die Bilder mit seinem eigenen Schaffensprozess, spielt mit Formen, verfremdet, akzentuiert, assoziiert und lässt so Vergangenheit und Gegenwart ineinander aufgehen. Dokument eines Schaffensprozesses ist auch Böttchers filmische Reverenz an Hermann Glöckner, einen der wichtigsten Akteure der Bildenden Kunst der DDR.

Sa 14.12., 19h & So 22.12., 19.30h, am Klavier: Eunice Martins
DIE STRASSE Karl Grune D 1923 100‘
Im schlichten Filmtitel steckt nicht nur der Hinweis auf Handlungs- bzw. Ausgangspunkt dieses Kleinbürgerdramas um einen Provinzler, der sich auf den großstädtischen Straßen hoffnungslos im Dickicht von Kriminalität und Prostitution verfängt. Der Titel verweist auch auf eine malerische Inspirationsquelle: Kirchners berühmte expressionistische Straßenszenen-Werkreihe, auf deren Motivik, Komposition und Darstellung Regisseur Grune sowie die Filmarchitekten Görge und Meidner bei der Gestaltung der Straßenschluchten und Interieurs zurückgegriffen haben.

Fr 13.12., 20h & Di 17.12., 20h & Do 26.12., 19.30h
THE SEARCHERS John Ford USA 1956 OF 119‘
Frederic Remington gehört zu den bekanntesten amerikanischen Malern von Wildwest- Sujets. Seine Reiterszenen, Militärformationen, Lagerfeuersituationen oder Landschaftspanoramen haben Anfang des 20. Jahrhunderts das Bild des Wilden Westens geprägt und finden sich auch in den Filmen von John Ford wieder. So z.B. im epischen Western THE SEARCHERS, in dem ein heimatloser Westerner (John Wayne) nach seiner von Indianern verschleppten Nichte forscht. Die fünfjährige Suche entwickelt sich zu einer Reise in die Seelenlandschaft des Protagonisten.

Mo 23.12., 19.30h & Mi 25.12., 19.30h
UNE PARTIE DE CAMPAGNE Eine Landpartie Jean Renoir F 1936 OmE 45‘
60 Jahre liegen zwischen den impressionistischen Bildern von Auguste Renoir und dem Film seines Sohnes Jean, der die Schaukel, den Fluss, die Ruderer und die Spaziergänger in den Gemälden seines Vaters in Bewegung setzt. Die luftige, befreite Atmosphäre der malerischen Vorlage wendet Renoir Jr. ins Melancholische: Ein Sommerausflug en famille wird zum Mahnmal einer verlorenen Liebe.
Vorfilm: LA PETITE MARCHANDE D’ALLUMETTES Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern Jean Renoir F 1928 engl.Zwt. 30‘

Sa 28.12., 20h
IL DESERTO ROSSO Die rote Wüste Michelangelo Antonioni Italien 1964 OmE 120‘
Antonionis Farbfilmdebüt ist eine apokalyptische Vision des Verfalls: Giuliana (Monica Vitti) findet nach einem Selbstmordversuch nicht wieder zurück in ihr alltägliches Leben. Ihre Umgebung nimmt sie nur als sinnentleerte Oberfläche wahr. Als visuelle Entsprechung ihres sich auflösenden Universums wählt Antonioni eine hochexperimentelle und an abstrakter Kunst geschulte Farb- und Formendramaturgie.

Hinweise der Sponsoren dieses Newsletters:


Wer einmal aus dem Blechnapf frisst…

Über Kinderarmut in Deutschland
Von Dorothea Brummerloh
Dossier
Fr, 06.12.2013 – 19:15 Uhr Deutschlandfunk
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Schule: Praxis ohne Plan?

Über die wissenschaftliche Erforschung des Lernens
Von Susanne Billig und Petra Geist
Forschung und Gesellschaft
Do, 05.12.2013 – 19:30 Uhr Deutschlandradio Kultur
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